Sind Smartphones besser für Streetfotografie als reine Digitalkameras?

Heute darf man die Frage stellen, weil technisch so vieles möglich geworden ist. Und wenn wir uns die Werbung von Google für das Pixel 2 anschauen oder von Samsung oder von Apple, dann kommt zwar immer noch die Telefonfunktion vor, aber vorrangig wird immer die Kamera als Werbeinstrument genutzt.

Die Richtung dabei ist klar: eigentlich brauche man keine zusätzliche Digitalkamera mehr, das Smartphone kann schon alles etc.

Richtig ist, daß man mit der Festbrennweite im Smartphone gute Fotos machen kann, auch gute Strassenfotografie – wenn man keine anderen Ansprüche an die Fotos hat und wenn man mit der Übernahme der eigenen Kreativität durch künstliche Intelligenz leben will. Letztlich spricht da nichts gegen aber man sollte auch sehen, was man verpasst.

Sie sehen auf dem Foto eine Olympus XZ-1 und ein Sony X Compact.

Foto Mahlke Streetfotografie mit Olympus und Sony

Ja die Olympus XZ-1 von 2011.

Diese Kamera hatte und hat einen guten 1/1,7 Sensor und ein Objektiv mit F1.8 bis 2.8 von 28mm bis 112mm. Diese Kamera ist kleiner als das abgebildete Sony X Compact, eines der kleinsten richtig guten Fotohandys.

Und nun?

Wenn es um selbstbestimmte Streetphotography geht, dann kann weder dieses Smartphone noch ein google Pixel 2 dieser alten Kamera (und vielen anderen älteren Kameras) das Wasser reichen. Die unendlichen kreativen Gestaltungsmöglichkeiten durch die gute Optik sind mit keinem Smartphone erreichbar. Samsung hatte mal ein Smartphone mit Zoom im Programm und man sieht sofort, daß das Flunderdesign des Smartphones fotografisch einfach schlecht ist. Denn wer mit einer richtigen Kamera so wie es bisher üblich war gestalten und fotografieren will, der kann das eben so nicht mit einem Smartphone. Wer anders fotografieren will, der kann das natürlich mit einem Smartphone.

Aber wenn ich erst ein Stativ oder eine Griffhalterung an das Smartphone anbringen muß und dann noch Vorsatzlinsen, dann ist der Punkt erreicht, an dem ich mich frage, welchen Sinn hat das?

Aber noch etwas. Das Google Pixel 2 ist ja eher ein Datensammlungsinstrument, welches aus den Fotos dann etwas zusammenrechnet und dies in Verbindung mit Sprachanweisungen, die offenkundig immer Datenverbindungen voraussetzen. Ein Sprachassistent ist wegen der fehlenden Kontrolle weltweit heute nichts anderes als erlaubtes Abhören an jedem Ort und zu jeder Zeit. Selbst die FAZ spricht von „heimlicher Spionage“ bei Android.

So ist der Griff zu einer echten Digitalkamera (und kein Smartphones dabei) in mehrfacher Hinsicht der bessere Weg:

  • viel mehr fotografische Kreativität und Freiheit
  • weniger Kontrolle durch Konzerne
  • keine Smartphone-Strahlung

Damit bekommt dann auch der Begriff „social media“ eine neue Bedeutung.

Aber auch hier gilt, daß nicht jede Kompaktkamera gut geeignet ist für schnelle Streetfotografie. Ich halte die Olympus XZ-1 und XZ-10 für sehr geeignet und z.B. die Sony RX100 für absolut ungeeignet, weil sie weder schnell startet noch einen schnellen Fokus bietet oder sonstwie in die Gänge kommt – im Gegensatz zu den Olympus Digitalkameras.

Es kommt eben immer darauf an…

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